DBP-Frauenrat startet Workshops gegen patriarchale Gewalt und Männlichkeitsbilder

Der Frauenrat der DBP plant Workshops zur Veränderung von Männlichkeitsbildern als Teil einer Strategie gegen Gewalt an Frauen und gesellschaftliche Krisen.

Der Frauenrat der Partei der Demokratischen Regionen (DBP) hat beschlossen, gezielte Workshops zur Hinterfragung und Veränderung traditioneller Männlichkeitsbilder zu organisieren. Ziel der Initiative ist es, patriarchale Denkweisen aufzubrechen und langfristig gesellschaftliche Veränderungen anzustoßen.

In einer Erklärung zu einer Sitzung vom 15. April betonte der Frauenrat, dass patriarchale Strukturen weiterhin eine zentrale Ursache für Gewalt gegen Frauen, Unterdrückung und soziale Ungleichheit seien. Mit den geplanten Workshops solle insbesondere die tief verankerte „Gewaltmentalität“ überwunden werden.

Verknüpfte gesellschaftliche Krisen

Die Initiative wird in einen umfassenderen politischen Kontext eingeordnet. Der Frauenrat verweist auf mehrere miteinander verbundene Krisen – darunter Krieg, Armut und ökologische Zerstörung –, die vor allem Frauen betreffen. Diese Entwicklungen seien Ausdruck eines Systems, das auf Ungleichheit und Ausbeutung basiere.

Besonders kritisch wird die Zunahme von Gewalt gegen Frauen bewertet, die häufig ohne strafrechtliche Konsequenzen bleibe. Als Beispiele nennt der Frauenrat Fälle wie Gülistan Doku und Rojin Kabaiş, bei denen es Hinweise auf institutionelle Versäumnisse gebe. Zudem wird darauf hingewiesen, dass mögliche Manipulationen von Beweisen und politischer Einfluss die Aufklärung erschwert hätten.

Umweltzerstörung in Kurdistan

Neben geschlechtsspezifischer Gewalt thematisiert die Erklärung auch ökologische Eingriffe in Nordkurdistan. Projekte wie Bergbau, Staudämme und Geothermiebohrungen würden trotz erheblicher Auswirkungen auf Natur und Lebensgrundlagen vorangetrieben. Genannt werden unter anderem Vorhaben in Regionen wie Kanîreş (Karlıova), Gimgim (Varto), Ezirgan (Erzincan) und Giyadîn (Diyadin).

Darüber hinaus wird auch die zunehmende Gewalt an Schulen als Teil einer tiefergehenden gesellschaftlichen Krise beschrieben. In diesem Zusammenhang verweist der Frauenrat auf tödliche Vorfälle in Gurgum (Maraş) und Riha (Urfa). Ursachen seien unter anderem Perspektivlosigkeit, soziale Ungleichheit und politische Spannungen, die insbesondere junge Menschen betreffen.

„Jin, Jiyan, Azadî“ als Leitgedanke

Die geplanten Workshops versteht der Frauenrat als Teil eines umfassenden Ansatzes zur gesellschaftlichen Transformation. Ziel sei es, patriarchale Strukturen nicht nur zu benennen, sondern aktiv zu verändern.

Dabei bezieht sich die DBP auch auf die Ideen von Abdullah Öcalan sowie auf das Konzept „Jin, Jiyan, Azadî“ (Frau, Leben, Freiheit), das die zentrale Rolle von Frauen in gesellschaftlichen Veränderungsprozessen betont.

Abschließend erklärte der Frauenrat, dass der Aufbau einer freien und demokratischen Gesellschaft unter Führung von Frauen weiter vorangetrieben werden solle. Die Workshops zur Veränderung von Männlichkeitsbildern seien ein konkreter Schritt in diese Richtung.

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