Der Generalsekretär der Hisbollah, Naim Qassem, hat direkte Gespräche über einen Waffenstillstand mit Israel erneut klar abgelehnt. „Diese direkten Verhandlungen und ihre Ergebnisse sind für uns bedeutungslos“, erklärte Qassem. Gleichzeitig formulierte er Bedingungen für mögliche indirekte Verhandlungen.
Konflikt seit September 2024
In einer schriftlichen Stellungnahme erinnerte Qassem daran, dass die Kämpfe seit dem 23. September 2024 andauern. Der 2. März sei dabei ein entscheidender Wendepunkt gewesen.
Er erklärte, dass die „Widerstandskräfte“ unterschiedliche militärische Strategien anwenden und warf der libanesischen Regierung vor, „einseitige und erniedrigende Zugeständnisse“ gemacht zu haben.
Fünf Bedingungen für eine Lösung
Qassem betonte, dass eine Rückkehr zur Situation vor März ausgeschlossen sei und kündigte an, auf israelische Angriffe weiterhin zu reagieren.
Für eine mögliche Lösung nannte er zentrale Voraussetzungen:
- vollständiger Stopp der Angriffe
- Rückzug Israels aus besetzten Gebieten
- Freilassung der Gefangenen
- Rückkehr der Zivilbevölkerung in ihre Wohnorte
- Beginn des Wiederaufbaus
„Ganz gleich, wie stark die Drohungen sind – wir werden uns nicht zurückziehen, nicht kapitulieren und nicht besiegt werden“, so Qassem.
Unterstützung indirekter Verhandlungen
Der Hisbollah-Chef sprach sich stattdessen für indirekte Gespräche aus. Die libanesische Regierung solle direkte Kontakte mit Israel beenden und auf indirekte Verhandlungswege setzen. Zudem forderte er die Rücknahme einer im März getroffenen Entscheidung, die den Widerstand und einen großen Teil der Bevölkerung kriminalisiere.
Keine Aufgabe der Waffen
Abschließend stellte Qassem klar, dass die Hisbollah nicht bereit sei, ihre militärische Stärke aufzugeben:
„Wir werden weder unsere Verteidigung noch unsere Waffen aufgeben.“
Die Spannungen zwischen Hisbollah und Israel bleiben damit hoch, eine diplomatische Lösung ist derzeit nicht absehbar.


