Der europäische Kontinent erwärmt sich deutlich schneller als der Rest der Welt. Das geht aus einem aktuellen Bericht der Weltorganisation für Meteorologie und des Copernicus Climate Change Service hervor.
Temperaturanstieg beschleunigt sich
Dem Bericht zufolge hat sich Europa seit den 1980er-Jahren etwa doppelt so schnell erwärmt wie der globale Durchschnitt. Diese Entwicklung führt zu häufigeren und intensiveren Hitzewellen.
Rund 95 Prozent des Kontinents sind inzwischen von stärkeren und länger anhaltenden Hitzeperioden betroffen.
Extreme Hitzewellen in Nord- und Südeuropa
Besonders betroffen ist die Region Fennoskandinavien mit Finnland, Schweden und Norwegen. Dort wurde im Juli eine Hitzewelle mit Temperaturen über 30 Grad gemessen, die 21 Tage anhielt.
Auch in Südeuropa wurden extreme Werte registriert:
- In der Türkei überschritten die Temperaturen erstmals 50 Grad
- In Griechenland waren etwa 85 Prozent der Bevölkerung von extremer Hitze betroffen
In Spanien, Portugal und Frankreich wurden ebenfalls Rekordtemperaturen gemessen.
Gletscherverlust und steigender Meeresspiegel
Die Folgen des Klimawandels zeigen sich auch in den Polar- und Ozeanregionen. Grönland verlor im Jahr 2025 rund 139 Gigatonnen Eis, was zu einem Anstieg des Meeresspiegels um etwa vier Millimeter beitrug.
Zudem erlebten 86 Prozent der Meeresflächen mindestens einen Tag mit extremen marinen Hitzewellen. Besonders gefährdet sind empfindliche Ökosysteme wie Seegraswiesen im Mittelmeer.
Rekord bei Waldbränden
Auch die Zahl und Intensität von Waldbränden nahm stark zu. In Europa verbrannten mehr als eine Million Hektar Land – ein neuer Höchstwert.
Erneuerbare Energien auf dem Vormarsch
Ein positiver Aspekt des Berichts ist der Ausbau erneuerbarer Energien: Ihr Anteil an der Stromproduktion stieg auf 46,4 Prozent und lag damit das dritte Jahr in Folge über fossilen Energieträgern.
Warnung vor weiteren Temperaturanstiegen
Experten warnen, dass das Klimaphänomen El Niño die Temperaturen in naher Zukunft weiter erhöhen könnte.
Fazit
Der Bericht zeigt deutlich: Europa steht im Zentrum der globalen Klimakrise. Ohne entschlossene Maßnahmen könnten extreme Wetterereignisse weiter zunehmen und schwerwiegende Folgen für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft haben.


